Geschichte

Die Geschichte des wagner.forum.graz als PDF –>

WAGNER FORUM GRAZ

Vorgeschichte

Seit der ersten Aufführung eines Werks Richard Wagners in Österreich im damaligen Opernhaus (Tannhäuser, 20. Januar 1854) darf Graz als Wagner-Stadt gelten.

Seit Wagners Todesjahr 1883 besteht in Graz einer der weltweit ältesten Wagner-Vereine.

Der alte Verein. Erster Obmann war Friedrich von Hausegger, Begründer des Lehrstuhls für Musikwissenschaft in Graz; Wilhelm Kienzl als führendes Mitglied; späterer Obmann: Architekt Friedrich Hofmann, an den die „Wahnfried-Villa“ in der Grazer Körblergasse 28 erinnert; rege Konzert- und Vortragstätigkeit.

Neugründung 1950. Unter der Führung von Dr. Karl Hermann volle Unterstützung der neuen Bayreuther Festspiele seit 1951; enge Kontakte zu den Festspielen, v. a. durch Prof. Maximilian Kojetinsky (Studienleiter in Bayreuth und Kapellmeister am Grazer Opernhaus); lebendige Jugendarbeit der „Österreichischen Richard Wagner-Gesellschaft, Sitz Graz“ (ÖRW-Gesellschaft) (Stipendiaten, Einführungen etc.).

Nach dem Tod Karl Hermanns beginnende Kritik im Vorstand der ÖRW-Gesellschaft an der Neuorientierung Bayreuths. Damit verbundener Ausbau einer kulturkonservativen Einstellung, Ablehnung aller neueren Entwicklungen im Theaterleben und im Kulturbetrieb ganz allgemein, einschließlich der innovativen Neuinszenierungen Bayreuths. Später Verschärfung der Position durch Abdruck kompromittierender Schriften (Goebbels-Aufsatz, neonazistische Flugblätter) im Jahrbuch 1994. Dies wird von der Presse aufgegriffen.

Aufgrund dieser Situation drängen einige Vorstandsmitglieder der ÖRW-Gesellschaft auf einen Rücktritt des verantwortlichen Obmanns der Gesellschaft, um eine Erneuerung einzuleiten. Da dieser nicht erfolgt, distanzieren sich die öffentlichen Stellen und in weiterer Folge das offizielle Bayreuth.

Gründung des Wagner Forum Graz
Nach dem gescheiterten Versuch, die ÖRW-Gesellschaft aus sich heraus zu erneuern, blieb nur der Weg zum Neubeginn außerhalb der Gesellschaft.
Das auf Initiative von Dipl.-Ing. Heinrich W. Weyringer und Univ.-Prof. Dr. Walter Bernhart gegründete Wagner Forum Graz (konstituierende Generalversammlung am 23. Januar 1995) entstand somit als eine sezessionistische Bewegung, um eine aufgeschlossene und zeitgemäße kulturelle Tätigkeit in Auseinandersetzung um das Werk und die Wirkung Richard Wagners zu entfalten.

Der Geist, in dem dies seither geschieht, spiegelt sich in der Wahl des Namens der Kulturvereinigung wider: Sie will ein Forum der Auseinandersetzung bilden, das zur offenen Diskussion und zum lebendigen Austausch der Anschauungen und Ideen einlädt, im Geist der Toleranz und der Bereitschaft, eine Vielfalt der Meinungen zu begrüßen. Dieser pluralistische Ansatz will restaurativen Tendenzen entgegenwirken und im liberalen Geist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpfen. Denn das Bekenntnis zur Gegenwart und die Ausrichtung auf zukünftige Entwicklungen soll ein Traditionsbewusstsein nicht ausschließen. Für kulturelle Zielsetzungen in diese Richtung ist Richard Wagner ein exemplarischer Anlass, da sein Werk und seine Person – als eine künstlerische Kulmination des neunzehnten Jahrhunderts und als ein Wegbereiter revolutionärer Entwicklungen weit ins zwanzigste hinein – universellen Zuschnitt besitzen. Dies zeigt sich u. a. darin, dass Wagners Werke nach wie vor weltweit als besondere Herausforderungen des Musiktheaters gelten und damit maßgeblich die Entwicklungen des heutigen Theaters mitprägen. In diesem Sinn greift die Zielsetzung des Wagner Forum Graz über Wagner selbst hinaus und hat ein umfassenderes künstlerisches und kulturelles Umfeld im Auge.

Eine weitere entscheidende Zielsetzung des Wagner Forum ist die Jugendarbeit, die ins Zentrum der Bemühungen rückt. So werden u. a. Mittel des Forums verwendet, um Stipendiaten nach Bayreuth zu senden, und ganz allgemein wird der künstlerische Nachwuchs regional und international gefördert. Dies geschah bereits in der Gründungsphase des Forums, als Grazer Sänger und Sängerinnen am 1. Internationalen Wettbewerb für Wagner-Stimmen in Strasbourg teilnahmen, wobei Mihoko Fujimura, damals noch Studierende der Grazer Musikhochschule (Klasse Prof. Josef Loibl), nunmehr international renommierte Mezzosopranistin (und Ehrenringträgerin des Wagner Forum Graz), einen ersten Preis errang. Heute geschieht dies vor allem durch den vom Wagner Forum gemeinsam mit den Bühnen Graz ins Leben gerufenen Internationalen Wettbewerb für Regie und Bühnengestaltung (Ring Award), aber auch durch weitere jugendfördernde Aktivitäten.

Generell versteht sich das Forum als eine Einrichtung, die über die Wagner-Pflege hinaus allgemeine kulturpolitisch ausgerichtete Zielsetzungen verfolgt und sich bewusst in die kulturelle Szene der Stadt, des Landes und – durch weltweit aktiven Kontakt mit entsprechenden Institutionen – auch international einbindet.

Aus der Tätigkeit des Wagner Forum Graz

Charterfeier
Die festliche Charterfeier des Wagner Forum Graz fand am 19. Februar 1995 im Spiegelfoyer des Grazer Opernhauses in Anwesenheit Wolfgang und Gudrun Wagners sowie des Präsidenten des Richard-Wagner-Verbandes International, Josef Lienhart, und hochrangiger Vertreter der öffentlichen Körperschaften und kulturellen Institutionen des Landes statt. Das Wagner Forum hatte für diesen Anlass Kompositionsaufträge vergeben (Walther Neumann, „Brass Secession“; Jörg-Martin Willnauer, „When Hugo Wolf Went Mad“, nach Charles Bukowski), um einen Brückenschlag zur zeitgenössischen Kunst zu signalisieren.

Konzert zur Wiedererrichtung der Grazer Synagoge

Anlässlich der Wiedererrichtung der Grazer Synagoge im November 2000 veranstaltete das Wagner Forum gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde im Grazer Minoritensaal ein Gedenkkonzert unter dem Motto „Stark wie der Tod ist die Liebe“. Einleitend sang Kantor Richard Ames eine Vertonung des 23. Psalms, und im weiteren erklangen Werke von Olivier Messiaen und Gideon Klein sowie die Uraufführung des „Trimberg Minneliederbuchs“ auf Texte Süßkind von Trimbergs in Vertonungen von Jakob Lenz, Franz Zebinger, Wim van Zutphen, Georg Friedrich Haas und Richard Dünser. Der Abend war eine der eindrucksvollsten Veranstaltungen des Forums und bedeutete für die Anwesenden ein bewegendes Erlebnis von bleibendem Wert.

„Brauart“
Im einzigartigen Rahmen des Sudhauses der Brauerei Puntigam in Graz fanden auf Initiative und organisiert von Dipl.-Ing. Dieter Pelz zwischen 1998 und 2002 insgesamt vier Uraufführungen von eigens für diesen Anlass und für dieses Ambiente komponierten musikalischen Werken statt. Es waren dies drei Stücke von Walther Neumann, nämlich 1999 „Rave to George“ für Bläserquintett, 2000 „Sechs Miniaturen nach volkstümlichen Liebesliedern“ für Vokal- und Saxophonquartett und  2002 „Also sprach …“, eine musikalische Collage nach Friedrich Nietzsche, sowie 2001 die unter dem Titel „Es braut sich was zusammen“ von Franz Zebinger komponierte Vertonung von antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Biertexten.

„wagner.forum.graz“
Im August 2006 erschien die erste Nummer der in Farbdruck gestalteten Vereinsbroschüre „wagner.forum.graz“. Sie ist auf ein vierteljährliches Erscheinen angelegt und steht unter der redaktionellen Leitung von Dr. Andrea Engassner.

Gründung des Ring Award–Kulturvereines

Am 4. Oktober 2006 fand die konstituierende Generalversammlung eines eigenen Trägervereins für die Durchführung des Internationalen Wettbewerbes für Regie und Bühnenbild (später -gestaltung) statt. Dies wurde aus organisatorischen Gründen nötig. Der Ring Award-Wettbewerb blieb bis 2018 eine Initiative und ein zentrales Anliegen des Wagner Forum, ab welchem Zeitpunkt er einer neuen, ausgeweiteten und selbstständigen Organisationsstruktur zugeführt wurde. Unverändert blieb die volle Bereitschaft zur Unterstützung des Ring Award.

Internationaler Richard Wagner-Kongress 2014
Auf Einladung des Wagner Forum Graz fand von 29. Mai bis 1. Juni 2014 der jährliche Kongress des Richard Wagner Verbandes International (RWVI) in Graz statt. Bei der Delegiertenversammlung wurde Thomas Krakow (Leipzig) zum RWVI-Vorsitzenden gewählt, der Vorsitzende des WFG, Heinz Weyringer, wurde als Mitglied des RWVI-Präsidiums bestätigt.

Bei der festlichen Eröffnung des Kongresses im Grazer Stefaniensaal gestaltete nach einem Steirischen Empfang auf Einladung des Grazer Bürgermeisters Mag. Siegfried Nagl die Kunstuniversität Graz ein künstlerisches Programm, das einen Bogen vom Barock über die Klassik zu zeitgenössischen Schlagzeugdarbietungen spannte.

Das Rahmenprogramm des Kongresses umfasste eine Festaufführung von Lohengrin an der Oper Graz, eine Ausstellung im Stadtmuseum Graz zum Thema „Zur Ehre deutscher Meister – Richard Wagner und Graz“ sowie ein  Kirchenkonzert im Grazer Dom (Chichester Psalms von Leonard Bernstein, Orgelwerke von Franz Liszt, Anton Bruckners Te Deum). Ein gewichtiger Teil des künstlerischen Rahmenprogrammes war das Finale des Ring Award 14 im Schauspielhaus Graz, bei welchem drei Bühnenrealisierungen des zweiten Aktes von C. M. v. Webers Der Freischütz im Wettbewerb standen. Abgerundet wurde der Kongress durch Ganztagesausflüge an die Südsteirische Weinstraße und zu den Lipizzanern der Spanischen Hofreitschule im Gestüt Piber.

20 Jahre Wagner Forum Graz
Zum 20-jährigen Bestehen des WFG fand am 20. Jänner 2015 ein Festakt im Spiegelfoyer der Grazer Oper statt. Die Festansprache hielt Josef Lienhart, Ehrenpräsident des Richard Wagner Verband International, und als Künstler traten auf:  Klappmaulpuppenspieler Nikolaus Habjan (als R. W.), Sänger Wilfried Zelinka und Sängerin Tetiana Miyus (beide ehemalige Bayreuthstipendiaten), Pianist Maris Skuja sowie Regisseur Tobias Kratzer und Bühnengestalter Rainer Sellmaier (die Ring Award-Gewinner 2008).

Amtsübergabe 2018
Bei der Generalversammlung am 24. Januar 2018 legte der Initiator des Wagner Forum Graz, Dipl.-Ing. Heinz Weyringer, sein Amt als Vereins-Vorsitzender nach 23 ereignis- und erfolgreichen Jahren zurück, um sich verstärkt der Durchführung des Ring Award-Wettbewerbes sowie des 2017 von ihm ins Leben gerufenen Mortier Award zu widmen. Zu seinem Nachfolger wurde der langjährige Protokollführer des WFG, der Rechtsanwalt Dr. Alexander Singer, gewählt.

Gedenktafel für Luigi Dallapiccola
Auf Initiative Dr. Alexander Singers wurde am 14. Dezember 2018 im Galeriefoyer des Grazer Opernhauses eine Gedenktafel für Luigi Dallapiccola enthüllt. Dies geschah in Anwesenheit des Grazer Kulturstadtrates Dr. Günter Riegler und der Intendantin der Oper Graz, Nora Schmid. Die Tafel erinnert daran, dass Dallapiccola 1917/1918 in Graz wohnte und im Rahmen seiner häufigen Besuche in der Grazer Oper anlässlich einer Aufführung von Wagners Fliegendem Holländer den Entschluss fasste, Komponist zu werden.

Grazer Wagner Tage
In Zusammenhang mit relevanten Neuproduktionen der Bühnen Graz veranstaltet das Wagner Forum seit 1996 in freier Folge GRAZER WAGNER TAGE. 1996 waren diese dem Fliegenden Holländer gewidmet, wobei es neben einer instrumentalen Uraufführung (Florian Geßler, „…umgarnt,…“) zu weiteren Jugendförderungs-aktivitäten kam. Ein Schülerplakatwettbewerb führte die jungen Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu sehr eigenständigen visuellen Reaktionen auf den Holländer-Stoff, und das Jugendtheater Next Liberty der Bühnen Graz brachte als weitere Uraufführung die Rock-Operette Der fliegende Highlander oder Wagners Wet Dreams (Musik: Herwig Thelen, Text: Alexander Schmelzer) unter der Produktionsleitung von Brigitta Thelen heraus. Erstmals nahm auch das Bundesoberstufenrealgymnasium (BORG) Deutschlandsberg mit einer Aufführung von Schülerkompositionen und Schauspieldarbietungen unter dem Titel „Holländer-Collage“ (Leitung Prof. Dr. Dietmar Haas) teil.

Die WAGNER TAGE 1997, Tristan und Isolde gewidmet, brachten neben einer kommentierten Tristan-Lesung und der Uraufführung von Jörg-Martin Willnauers  „Richard Wagner trifft Eric Satie“ die neuerliche Einbindung des BORG Deutschlandsberg mit einer Aktion unter dem Titel „Darf ich diesen Akkord verwenden?“, einer multimedialen, teils ironischen Auseinandersetzung mit dem sogenannten Tristan-Akkord.

Bei den anlässlich der Neuproduktion von Moses und Aron an den Bühnen Graz veranstalteten WAGNER TAGEN 1998 konnte Frau Nuria Schönberg-Nono als Ehrengast begrüßt werden. Ein wissenschaftliches Symposium war dem Thema der Wagner Tage, „Schönberg und Wagner“, gewidmet, und auch diesmal gestalteten die Deutschlandsberger Schüler und Schülerinnen eine selbst konzipierte und aufgeführte musikalische Collage zum Thema „Von Wotans Speer zu Arons Stab“. Das Symposium fand seinen Niederschlag in einem im Jahr 2000 erschienenen repräsentativen Dokumentationsband, der gemeinsam mit dem Wiener Arnold Schönberg Center herausgegeben wurde.

Anlässlich des Abschlusses der Neuinszenierung des Rings des Nibelungen an der Grazer Oper fanden die WAGNER TAGE 2000 zum Thema Götterdämmerung statt. Beim Eröffnungsabend im Schloss Gleinstätten bot die Deutschlandsberger Schülergruppe diesmal künstlerische Darbietungen unter dem Motto „Wagners Motive. Eine musikalische Modenschau zur Götterdämmerung“. Bei der Festveranstaltung erklangen Uraufführungen von Anselm Schaufler („Verbundenheit“ für Streichquartett und Mezzosopran) und Jörg-Martin Willnauer („Vor- & Zugabe“ für gemischten Chor a cappella). Bei einem Podiums- und Publikumsgespräch mit dem Leading Team der Neuproduktion (Ulf Schirmer, Gisbert Jäkel, Anna Eiermann, Marcel Pomplun; Moderation Dr. Susanne Herrnleben) wurde der gegenwärtige Stand von Wagner-Inszenierungen und des Musiktheaters allgemein reflektiert.

Anlässlich der Beendigung der Grazer Intendanz von Dr. Gerhard Brunner wurden im Juni/Juli 2001 vom Wagner Forum gemeinsam mit den Bühnen Graz VERDI TAGE abgehalten. Begleitend zu einer Aufführungsserie an der Grazer Oper von Aida, Macbeth und Falstaff in den Inszenierungen von Peter Konwitschny fand ein Fachsymposion mit Podiumsdiskussion über das Thema „Giuseppe Verdi – ‚un uomo di teatro’“ statt. Die Beiträge des hochkarätig besetzten Symposiums wurden vom Wagner Forum gemeinsam mit den Bühnen Graz veröffentlicht.

2003 gestalteten sich die ‚Wagner’-Tage als BRITTEN TAGE anlässlich der Neueinstudierung von Peter Grimes an der Grazer Oper (Inszenierung Stephen Lawless). Neben einem „Operndialog“ zwischen dem die Aufführungen musikalisch leitenden Grazer Chefdirigenten Philippe Jordan und der Oberspielleiterin Kerstin Pöhler gab es unter dem Motto „Benjamin Britten in seiner Landschaft“ ein von Walter Bernhart moderiertes Konzert, in dem Ann-Helen Moen und Andries Cloete Lieder und Cabaret Songs des englischen Meisters sangen. Weiters brachten Instrumentalisten und Solisten des BORG Deutschlandsberg unter der Leitung von Prof. Dr. Dietmar Haas im Schloss Stainz Brittens Kinderoper The Little Sweep auf die Bühne.

Die WAGNER TAGE 2007 fanden anlässlich der Grazer Premiere von Peter Konwitschnys Inszenierung des Fliegenden Holländers (unter der musikalischen Leitung des neuen Chefdirigenten Johannes Fritzsch) statt. Erstmals in Graz hielt Stefan Mickisch eine seiner denkwürdigen Einführungen zum Werk. Der musische Zweig des BORG Deutschlandsberg (Leitung Prof. Dr. Dietmar Haas) lud diesmal auf eine Landpartie zum Schloss Hollenegg ein und führte unter dem Titel „Sentamania“ neun engagierte „Operitas zum Holländer“ auf. Im 50. Künstlergespäch des Wagner Forum konnte im Rahmen der Wagner Tage sein Ehrenmitglied Peter Konwitschny zum Thema „Wagners verkaufte Bräute“ gehört werden.

Wagners Meistersinger von Nürnberg wurden anlässlich des Beginns der Intendanz von Elisabeth Sobotka und der Eröffnung der Spielzeit 2009/2010 an der Oper Graz neu einstudiert. Im Rahmen der in diesem Zusammenhang durchgeführten WAGNER TAGE 2009 führte wieder Stefan Mickisch in das Werk ein, und das BORG Deutschlandsberg veranstaltete diesmal eine Produktion unter dem Titel „Warum muss ein Schuster singen können? – Ein arkadisches Fest“, drei Opernszenen mit Bezug zum Leben Erzherzog Johanns.

Anlässlich der Grazer Neuproduktion von Die Frau ohne Schatten fanden die RICHARD STRAUSS TAGE 2010 statt. Wiederum spielte und erklärte Stefan Mickisch im Opernhaus Graz das Werk, und als zentrales Ereignis fand ein Roundtable-Gespräch zum Thema „Richard Strauss heute“ statt. An diesem nahmen anerkannte Strauss-Kenner wie Prof. Klaus Aringer (Universität für Musik und darstellende Kunst Graz/Oberschützen), Mag. Magdalena Klamminger (Graz/Kopenhagen),  Dramaturg Olaf Schmitt (Staatsoper München) sowie Prof. Michael Walter (Karl-Franzens-Universität Graz) teil.

In Zusammenhang mit einer Neuproduktion an der Oper Graz von Manon Lescaut wurden 2012 PUCCINI TAGE veranstaltet, die eine erneute Zusammenarbeit des Wagner Forum mit dem BORG Deutschlandsberg brachte. Die Schüler und Schülerinnen gestalteten einen abwechslungsreichen Salon-Abend im Musiksalon Erfurt unter dem Motto „Manon Lescaut – Puccini auf den Klangspuren Wagners“ (einschließlich Textlesungen zu Puccini über Wagner). Ein Künstlergespräch mit Stefan Herheim machte mit den Vorstellungen des Regisseurs über Puccinis frühe Oper und deren Umsetzung für die heutige Bühne vertraut.

2013 fanden zu Ehren des zweihundertsten Geburtstages Richard Wagners LOHENGRIN TAGE statt, wobei die Wahl der Oper zur Eröffnung der Saison 2013/2014 an der Oper Graz in Erinnerung an die Eröffnung des Grazer Hauses am Ring 1899 mit diesem Werk erfolgte. Stefan Mickisch führte auf der Vorbühne des Opernhauses in das Werk ein und im Haus Weyringer gab es ein Künstlergespräch mit dem Dramaturgen Francis Hüsers sowie dem Bühnengestalter Kaspar Glarner der Neuproduktion (Regie: Johannes Erath). Als besonderer Beitrag wurde im Spiegelfoyer der Oper die Ausstellung „Mein lieber Schwan“ eröffnet, welche in Kooperation von „Pèlerinages“ – Kunstfest Weimar, der AAC Galerie Weimar, dem Wagner Forum und der Oper Graz entstand. Nike Wagner – als Leiterin des Kunstfest Weimar, also jener Stadt, in welcher Lohengrin uraufgeführt wurde – hat diese Ausstellung konzipiert und ihr zum Vortrag gebrachtes ausführliches Grußwort machte deutlich, dass die Intention der Ausstellung darin bestand, durch die Auseinandersetzung mit dem Phänomen ‚Schwan’ die Kreativität zeitgenössischer Künstler zu stimulieren, was zu weitgefächerten Ergebnissen zwischen „Witz“ und „Tiefsinn“ führte.

Anlässlich der Neuproduktion von „Salome“ an der Oper Graz wurden STRAUSS TAGE 2018 veranstaltet, die vor allem auf die legendäre, kontroversielle österreichische Erstaufführung 1906 der Oper in Graz Bezug nahmen und dabei neue Veranstaltungsformate erprobten. So fand auf der Feststiege der Grazer Oper unter dem Titel „Den Kopf verlieren – Salomes Poetry Slam“ ein spontanes Textlesen mit jungen Literaten statt. Ein außergewöhnlicher Veranstaltungsort war das Wanda Sacher-Masoch-Zimmer des Hotel Erzherzog Johann, in dem sich unter dem Titel „‚Kopf ab bei Sacher-Masoch‘ – ein Ausflug zu Salomes Sehnsüchten“ zwei „bizarre Präsentationen“ mit dem Schauspieler Daniel Doujenis und „speziellen Gästen“ abspielten. Ein Künstlerinnengespräch mit zwei ehemaligen Bayreuthstipendiatinnen, der Dramaturgin Marlene Hahn und der Ausstatterin Martina Segna, gab Einblick in die Probenarbeit zur neuen Grazer „Salome“ und reflektierte die Aktivitäten des WFG zur Nachwuchsförderung.

Künstler-, Kultur- und Salongespräche
Eine für das Selbstverständnis des Wagner Forum wichtige Einrichtung sind die Künstler- und Kulturgespräche im Haus Weyringer, die den Mitgliedern die Gelegenheit bieten, mit bekannten Persönlichkeiten des künstlerischen und kulturpolitischen Lebens ins lebendige Gespräch zu kommen. Bisherige Gäste waren (in chronologischer Folge) der Dirigent Peter Schrottner, der Intendant Gerhard Brunner, der Germanist und Wagner-Forscher Dieter Borchmeyer, der Kulturpolitiker Helmut Strobl, der Sänger Bernd Weikl, der Regisseur Christian Pöppelreiter, der Sänger Simon Estes, die „Steirischer Herbst“-Intendantin Christine Frisinghelli, die Komponistin Mayako Kubo, der Regisseur Peter Konwitschny, der Bühnenbildner Hans Schavernoch, der Regisseur Lutz Graf, der Dirigent Arturo Tamayo, Frau Nuria Schönberg-Nono, der Bühnenbildner Günther Domenig, die Sängerin Marjana Lipovšek, der Regisseur Martin Kušej, die Sängerin Sylvie Valayre, der Komponist Gerd Kühr, der Regisseur Georg Schmiedleitner, der Regisseur Christoph Loy, der Bühnenbildner Herbert Murauer, der technische Direktor der Salzburger Festspiele Klaus Kretschmer, Kammersängerin Waltraud Meier, die Regisseure Gisbert Jäkel und Marcel Pomplun, die Architekten Colin Fournier und Volker Giencke, der Cellist Friedrich Kleinhapl, der Bayreuther Chorleiter Norbert Balatsch, Kammersängerin Anja Silja, die Sängerin Violeta Urmana, der Kulturlandesrat Gerhard Hirschmann, der Grazer Chefdirigent Philippe Jordan, Bürgermeister Alfred Stingl, die Sängerin Angela Denoke, der Komponist Manfred Trojahn, der Regisseur David Alden, Frau Nike Wagner, der Aktionskünstler Hermann Nitsch, die Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler, Landeshauptmann Waltraud Klasnic, der Intendant und Bühnenbildner Jörg Koßdorff, die Regisseurin Vera Nemirova, der Intendant und Regisseur Michael Schilhan, die Bühnenbildnerin Mignon Ritter, die Schauspielerin und Sängerin Monique Schwitter, Kammersänger Bo Skovhus, der Regisseur Leo Krischke, die Schauspielhaus-Intendantin Anna Badora, Staatsoperndirektor Joan Holender, der Regisseur Stefan Herheim, die Bühnenbildnerin Heike Scheele, der Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach, der Kulturlandesrat Kurt Flecker, die „Steirischer Herbst“-Intendantin Veronica Kaup-Hasler.

Zum 50. Künstlergespräch konnte innerhalb der WAGNER-TAGE 2007 Peter Konwitschny bereits zum fünften Mal als Gast begrüßt werden. Das Gespräch über das anhand der Grazer Premiere des Fliegenden Holländers gewählte Thema „Wagners verkaufte Bräute“ führte er mit Christine Lemke-Matwey vom Berliner Tagesspiegel.

Die neue Serie von Künstler- und Kulturgesprächen begann mit dem Autor Peter Turrini und der Intendantin des Grazer Schauspielhauses, Anna Badora. Weitere Gesprächspartner waren der Rektor der Kunstuniversität Graz, Georg Schulz, der Chefdirigent der Grazer Oper Johannes Fritzsch, die Sängerin Gabriele Fontana, der Grazer Kulturstadtrat Wolfgang Riedler, der Regisseur Philipp Himmelmann, der Dirigent Dirk Kaftan, der Regisseur Peter Konwitschny (anlässlich seiner ersten Grazer Schauspielinszenierung, von Shakespeares König Lear, sowie anlässlich der Grazer Premiere von Czárdásfürstin). Weitere Gesprächspartner waren der Sänger Herbert Lippert, die Ring Award 08 Preisträger Regisseur Tobias Kratzer und Bühnengestalter Rainer Sellmaier, die Sängerin Marlis Petersen (im Gespräch mit Intendantin Elisabeth Sobotka), der Kulturlandesrat Christian Buchmann, der Regisseur Hans Neuenfels, der Regisseur Peter Konwitschny (anlässlich Pique Dame in der Oper Graz), die Sänger Wilfried Zelinka und Konstantin Sfiris, der Regisseur Stefan Herheim, die Bühnenbildnerin Heike Scheele und die Kostümbildnerin Gesine Völlm, der Regisseur Peter Konwitschny (anlässlich seiner Faust-Inszenierung am Schauspielhaus Graz), der Chefdirigent der Oper Graz Dirk Kaftan, der Dramaturg Francis Hüsers und der Bühnengestalter Kaspar Glarner.

Weitere Gäste waren der Geschäftsführer der Theaterholding Graz, Bernhard Rinner, die Intendantin der Oper Graz, Nora Schmid, die Sängerin Johanni von Oostrum und der Sänger Daniel Kirch, die Intendantin des Schauspielhaus Graz, Iris Laufenberg, der Klappmaulpuppenspieler und Nestroy-Preisträger Nikolaus Habjan, der Regisseur Lorenzo Fioroni, die Rektorin der Kunstuniversität Graz, Elisabeth Freismuth, die Regisseurin Verena Stoiber und Ausstatterin Sophie Schneider (Ring Award-Gewinnerinnen 2014), die Chefdirigentin der Oper Graz, Oksana Lyniv, der Solofagottist und Dirigent Milan Turkovic, die Dramaturgin Marlene Hahn und die Bühnengestalterin Martina Segna, der Regisseur Holger Müller-Brandes und die Ausstatterin Katrin Lea Tag (die ersten Ring Award-Gewinner von 1997) und Markus Hinterhäuser, Pianist und Intendant der Salzburger Festspiele.

Internationaler Wettbewerb für Regie und Bühnengestaltung
(Ring Award)

Eine zentrale Initiative des Wagner Forum Graz lag 1997 in der Durchführung des weltweit einmaligen, gemeinsam mit den Bühnen Graz veranstalteten Ersten Internationalen WettbewerbEs für Regie und Bühnenbild. Der dreistufige Wettbewerb, in dem sich 66 TeilnehmerInnen aus 11 Nationen dem Urteil einer hochrangigen internationalen Jury stellten, hatte als Thema den Beginn von Richard Wagners Rheingold („Rheintöchterszene“). Die ins Finale gelangenden drei Produktionsteams realisierten die Szene als Bühnenaufführungen unter Beteiligung von Gesangsteams aus Graz, Hannover und Venedig. Weitere Mitveranstalter waren neben dem Richard Wagner Verband International die Wagner-Verbände von London, Lyon und Strasbourg. Der Wettbewerb wurde durch die österreichischen öffentlichen Körperschaften sowie durch das Kaleidoskop-Programm der Europäischen Union gefördert.

Dem Siegerteam Holger Müller-Brandes (Regie) und Katrin Lea Tag (Bühnenbild) wurde als Gewinnerpreis die Gelegenheit geboten, an den Bühnen Graz Harrison Birtwistles Oper Punch and Judy zu realisieren (Premiere am 5. September 1999).

Aufgrund des Erfolges des ersten Wettbewerbes wurde beschlossen, ihn in Form einer Triennale weiterzuführen. Zielsetzung des in seiner Konzeption gegenüber dem Ersten stark ausgeweiteten ZWEITEN INTERNATIONALEN WETTBEWERBES FÜR REGIE UND BÜHNENBILD im Jahre 2000 war es, die Möglichkeiten zukünftiger Entwicklungen im europäischen Musiktheater aufzuzeigen. Dies sind auch Entwicklungen im Bereich des sogenannten „Cyberstaging“, der sich mit dem Einsatz neuer Medien bzw. elektronischer Technologie bei der Raumgestaltung, in der Dramaturgie sowie bei Kommunikationsprozessen in der künstlerischen Produktion auseinandersetzt. Darin sahen die Veranstalter einen entscheidenden Schritt vorwärts, um die sich durch die technische Entwicklung eröffnenden Möglichkeiten der Bühnengestaltung im anbrechenden 21. Jahrhundert auf ihr künstlerisches Potential hin zu erproben. Das Thema des zweiten Wettbewerbs war Richard Wagners Parsifal, zur konkreten Gestaltung gelangten Sequenzen aus dem zweiten Aufzug des Werks. Die Mitglieder der Jury waren Gerhard Brunner (Intendant der Bühnen Graz; Vorsitz). Gisbert Jäkel (Regisseur und Bühnenbildner), Peter Konwitschny (Regisseur), Jörg Koßdorff (Bühnenbildner und technischer Direktor der Bühnen Graz), Dominique Mentha (Intendant der Volksoper Wien), Stephan Mösch (Chefredakteur der Opernwelt), Gerard Mortier (Intendant der Salzburger Festspiele), Hans Schavernoch (Bühnenbildner und Leiter des Instituts für Bühnengestaltung an der Kunstuniversität Graz), Karen Stone (Operndirektorin Köln, ab 2001 Intendantin der Bühnen Graz) und Alfred Wopmann (Intendant der Bregenzer Festspiele).

121 TeilnehmerInnen aus 13 Nationen reichten ihre Konzepte ein, aus denen elf Teams ins Semifinale kamen und vier von der Jury für das Finale zur szenischen Realisierung ihrer Arbeiten ausgewählt wurden. An den Aufführungen beteiligt waren Gesangsteams der Kunstuniversität Graz, der Wagner Society London, von Richard Wagner Tarsasag Budapest und des Richard-Wagner-Verbandes Magdeburg. Im am 16. und 17. Juni 2000 durchgeführten Finale errang David Hermann (D) den ersten Preis. Der zweite Preis ging ex aequo an die Teams Vera Nemirova (BG) / Tom Musch (D), Tatjana Gürbaca (I) / Gerhard Mayer (A) sowie das „Cyberstaging“-Team Christoph Rodatz / Anja Diefenbach (beide D).

Im Jahre 2003 fand der Wettbewerb zum dritten Mal statt und führte erstmals den Namen „Ring Award“. Thema des RING AWARD 03 war der Antonia-Akt von Jacques Offenbachs Les contes d’Hoffmann. Der Wettbewerb wurde wiederum mit einer Standard- und einer experimentellen Schiene, diesmal unter dem Namen „hoffmann.remixed“, durchgeführt. Erstmals gab es neben der Ring Award-Jury zwei weitere international besetzte (Presse- und Intendanten-Jury), die im Finale des Wettbewerbs spezielle Preise vergaben. Die Ring Award-Jury stand unter dem Vorsitz der Intendantin von Theater Graz, Karin Stone. Neben den bisherigen Jurymitgliedern Brunner, Konwitschny, Koßdorff, Mösch und Wopmann gehörten ihr Albrecht Puhlmann, Intendant der Staatsoper Hannover, Klaus Zehelein, Intendant der Staatsoper Stuttgart, und – als Vorsitzender der Jury für „hoffmann.remixed“ – Sandeep Bhagwati, Professor an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, an.

Die 177 TeilnehmerInnen stammten aus 26 Nationen, zehn Standard- und zwei „remixed“-Teams gelangten ins Semifinale, davon drei bzw. eines ins Finale. Die Gesangsteams wurden von den Richard-Wagner-Verbänden St. Petersburg, Magdeburg und Helsinki sowie von der Kunstuniversität Graz gestellt. Im Finale (13. – 15. Juni 2003) wurde der erste Preis (Inszenierungsauftrag an einer Spielstätte von Theater Graz) nicht vergeben. Der Preis der Stadt Graz ging ex aequo an das Team Leo Krischke (A) / Sofia Mazzoni (RUS) und an das „remixed“-Team Birgit Kadatz (D) / Britta Nagel (A), welches auch den Preis des Landes Steiermark errang. Die Teams Claudia Blersch (D) / Giulio Bernardi (I) und Andrea Kilian / Tassilo Tesche (beide D) erlangten weitere Preise als FinalistInnen.

Aufgrund des großen Erfolges des Ring Award 03 wurde der Wettbewerb vom Triennal- auf einen Biennalrhythmus umgestellt, weshalb der nächste Wettbewerb bereits 2005 stattfand. Das Thema des RING AWARD 05 war der zweite Akt von Mozarts Le nozze di Figaro, die experimentelle Sparte trug den Namen „stageXplorer“. Wieder gab es neben der Ring Award-Jury eine Presse- und eine Intendanten-Jury sowie als Neuerung eine EMAA-Jury (Executive Master in Art Administration, Universität Zürich). Die Ring Award-Jury stand unter dem Vorsitz von Jörg Koßdorff, Intendant der Theater Graz und Bühnenbildner. Neben den bereits seit Anbeginn beteiligten Jurymitgliedern Brunner, Konwitschny und Mösch gehörten ihr diesmal auch Regula Gerber (designierte Intendantin des Nationaltheater Mannheim), Andreas Homoki (Regisseur und Intendant der Komischen Oper Berlin), Veronica Kaup-Hasler (designierte Intendantin des „steirischen herbst“) sowie Peter Weibel (Vorstand des ZKM Karlsruhe) an.

2005 nahmen 186 BewerberInnen aus 27 Nationen teil. Von den ins Finale gelangten Teams errang das Team Anna Malunat (D) / Jan Kattein (D) / Magdolny Parditka (H) den Ring Award, den Preis des Landes Steiermark sowie zu Teilen den Preis der Stadt Graz, der zu Teilen auch an das Team Elena Artioukhina / Etel Ioshpa (beide RUS) ging, welches zusätzlich den Preis der Universität Zürich gewann. Das Team Orpha Phelan (IRL) / Leslie Travers (GB) sowie das „stageXplorer“-Team Marcus Dross / Christoph Rodatz / Michael Wolters (alle D) erlangten weitere Preise als FinalistInnen.

Beim RING AWARD 08, dessen Thema der Schlussakt von Verdis Rigoletto war, gab es neben der traditionellen Wettbewerbsschiene wiederum eine experimentelle, die diesmal unter dem Motto „ring.award.off“ stand. Neben dem Hauptpreis des Ring Award und den Preisen des Landes Steiermark und der Stadt Graz wurden Sonderpreise als Inszenierungsaufträge des Stadttheater Cottbus (Intendant Martin Schüler) und des Theater Heidelberg (Intendant Peter Spuhler) vergeben. Von den 158 TeilnehmerInnen aus 22 Nationen gelangten vier ins Finale, in dem das Team ATEF (Tobias Kratzer und Rainer Sellmaier, beide D) überragend erfolgreich waren: Sie gewannen alle Preise außen dem Preis des Theater Heidelberg, der an das niederländische Team Jim Lucassen und Jeroen van Eck ging. Der Ring Award-Jury, die wieder unter dem Vorsitz von Jörg Koßdorff stand, gehörten neben den bisherigen Juroren Brunner, Homoki, Konwitschny und Mösch neu Elisabeth Sobotka (designierte Intendantin der Grazer Oper) sowie für die „ring.award.off“-Schiene Laura Berman (Leiterin der Reihe Kunst aus der Zeit bei den Bregenzer Festspielen), Heiner Goebbels (Komponist und Regisseur) sowie wiederum Veronica Kaup-Hasler an.
Als Neuerungen gab es eine vorbereitende „Opening“-Veranstaltung zum Thema „Lust auf Rigoletto“ sowie am Vorabend des Semifinales ein Roundtable-Gespräch zum dem Wechselspiel von Regie und Dramaturgie gewidmeten Thema „Macht der Kopf alles kaputt?“, an dem unter der Moderation von Stephan Mösch (Opernwelt) Norbert Abels, Bettina Bartz, Stefan Herheim, Peter Konwitschny, Alexander Meier-Dörzenbach sowie Klaus Zehelein teilnahmen und dessen Ergebnisse in der Zeitschrift Opernwelt veröffentlicht wurden. Weiters wurde erstmals ein Schulprojekt in den Ablauf des Finales integriert, bei dem vier steirische Schulen künstlerische Reflexionen auf die Rigoletto-Thematik präsentierten. Eine internationale Ausweitung erfuhr der Ring Award 08 durch zusätzliche Präsentationen sowohl an der Komischen Oper Berlin als auch in New York City auf Einladung des Austrian Cultural Forum.

Mit dem RING AWARD 11 (nunmehr als „Wettbewerb für Regie und Bühnengestaltung“ – statt „Bühnenbild“ – ausgeschrieben) betrat der Wettbewerb insofern Neuland, als erstmals das gestellte Thema eine Operette, Johann Strauß’ Die Fledermaus, war. Die „ring.award.off“-Schiene wurde weitergeführt, und es gelangte auch ein „off“-Team ins Finale. Neben dem Ring Award und den traditionellen Preisen des Landes Steiermark und der Stadt Graz gab es diesmal sogar insgesamt sechs Sonderpreise als Inszenierungsaufträge, gestiftet vorwiegend von Mitgliedern der Intendanten-Jury des Wettbewerbes: Theater Bonn (Generalintendant Klaus Weise), Staatstheater Cottbus (Intendant Martin Schüler), Schauspielhaus Graz (Intendantin Anna Badora), Staatstheater Karlsruhe (Intendant Peter Spuhler), Theater Luzern (Intendant Dominique Mentha) und Staatstheater Mainz (Intendant Matthias Fontheim).

Von den 62 Teams (138 TeilnehmerInnen) aus 20 Nationen gelangten vier ins Finale, in dem sie den ersten Akt der Fledermaus auf der Bühne des Schauspielhaus Graz zu realisieren hatten. Überragender Gewinner der drei Hauptpreise war das Team Sam Brown (GB) und Annemarie Woods (IRL). Die Ring Award-Jury stand unter dem Vorsitz von Elisabeth Sobotka, Intendantin Oper Graz. Der Jury gehörten, neben den bisherigen Juroren Berman, Brunner, Homoki, Kaup-Hasler, Konwitschny, Koßdorff und Mösch neu Peter de Caluwe (Directeur général, „La Monnaie/De Munt“, Brüssel), Johannes Fritzsch (Chefdirigent Oper Graz) und Bernd Loebe (Intendant Oper Frankfurt) an.

Die Neuerung einer „Opening“-Veranstaltung wurde beibehalten, ihr Thema lautete diesmal „Der Biss der Fledermaus“, Teilnehmer waren Barbara Beyer (Autorin), David Hermann (Regisseur), Bernd Krispin (Dramaturg) und Kurt Palm (Autor und Regisseur). Am Vorabend des Semifinales fand ebenfalls wiederum ein Roundtable-Gespräch unter der Leitung von Stephan Mösch statt, der es in seiner Zeitschrift Opernwelt veröffentlichte. Über das Thema „Kulturtransfer und Identität im Musiktheater“ sprachen die Musikwissenschafter Anselm Gerhard (Bern), Thomas Seedorf (Karlsruhe) und Michael Walter (Graz) sowie der Regisseur Peter Konwitschny (Leipzig).

Der RING AWARD 14 fand als wichtigste künstlerische Veranstaltung im Rahmen des vom Wagner Forum in Graz durchgeführten Internationalen Richard Wagner Kongresses statt und erreichte mit 196 Teilnehmern und 91 Teams aus 29 Nationen einen absoluten Teilnehmerrekord. Aus diesem Grund wurden diesmal drei zusätzliche Teams ins Semifinale zugelassen. Thema war Carl Maria von Webers Der Freischütz, dessen zweiter Akt im Finale szenisch umzusetzen war. Als wesentliche Neuerung wurde eingeführt, dass beim Semifinale die Regisseure in einer Arbeitsprobe ihre handwerklichen Fähigkeiten demonstrieren mussten und auch die Bühnengestalter kritisch zu ihren Konzepten befragt wurden.

Die Ring Award-Jury stand wieder unter dem Vorsitz von Elisabeth Sobotka, Intendantin der Oper Graz. Der Jury gehörten, neben den bisherigen Juroren Brunner, Konwitschny, Koßdorff und Mösch neu Philip Bröking (Operndirektor Komische Oper Berlin), Serge Dorny (Directeur général Opéra de Lyon), Dietmar Schwarz (Intendant Deutsche Oper Berlin) und Peter Spuhler (Intendant Staatstheater Karlsruhe) an. Mitglieder der Intendanten-Jury unter dem Vorsitz von Anna Badora (Schauspielhaus Graz) waren Ole Wiggo Bang (Värmlandsoperan, Karlstad, Schweden), Aviel Cahn (De Vlaamse Opera, Antwerpen), Roland Geyer  (Theater an der Wien), Tatjana Gürbaca (Staatstheater Mainz), Michael Klügl  (Staatsoper Hannover), Dominique Mentha (Theater Luzern), Birgit Meyer  (Oper Köln), Sven Müller (Oper Kopenhagen), Florian Scholz  (Stadttheater Klagenfurt), Martin Schüler (Staatstheater Cottbus) und Peter Theiler  (Theater Nürnberg).

Die herausragenden Gewinnerinnen waren die Regisseurin Verena Stoiber und die Bühnengestalterin Sophia Schneider (beide D). Sie entschieden sämtliche Hauptpreise für sich (Ring Award, Preis des Landes Steiermark, Preis der Stadt Graz) und erhielten zusätzliche Sonderpreise in Form von Inszenierungsangeboten (Deutsche Oper Berlin, Intendant Dietmar Schwarz; Staatstheater Karlsruhe, Intendant Peter Spuhler; Staatstheater Nürnberg, Intendant Peter Theiler) sowie Geldpreise der Komischen Oper Berlin und der Intendanten-Jury als Zusatzpreis, gestiftet vom Richard Wagner Verband International und übergeben von dessen Präsidenten Thomas Krakow. Der Zusatzpreis der Kunstuniversität Graz, vergeben durch Rektor Robert Höldrich, ging an das Team Christiane Lutz (D) und Natascha Maraval (A), das auch ein Inszenierungsangebot von Intendant Roland Geyer am Theater an der Wien erhielt.

Die Eröffnungsveranstaltung im November 2012 behandelte das Thema „Welches Medium braucht ein Stoff?“ und reflektierte dabei die große Palette heutiger medialer Ausdrucksmöglichkeiten. Es diskutierten unter der Gesprächsführung von Susanne Herrnleben (Zürich) Anna Bergmann (Berlin), Regina Guhl (Graz) und Katrin Lea Tag (Wien). Ein Roundtable-Gespräch im Rahmen des Semifinales stand unter dem Motto „È strano – Singen als Beruf im heutigen Musiktheater“ und fand in Kooperation mit der Zeitschrift Opernwelt statt. An dem von deren Chefredakteur Stephan Mösch moderierten Gespräch beteiligten sich Tatjana Gürbaca (Regisseurin), Dirk Kaftan (Dirigent), Bernhard Richter (Musikmediziner), Dietmar Schwarz (Intendant), Elisabeth Sobotka (Intendantin) und Iris Vermillion (Sängerin).

Im Rahmen des Finales wurde in einem festlichen Akt der erste Mortier Award verliehen. Er ging als „Mortier Award 14“ posthum an den kurz zuvor verstorbenen großen belgischen Dramaturgen und Intendanten Gerard Mortier. Der Preis wurde vom Dirigenten Sylvain Cambreling übernommen, die Laudatio hielt der Filmregisseur Michael Haneke.

Das Thema des RING AWARD 17 war Gaetano Donizettis Don Pasquale, dessen erster Akt im Finale zu realisieren war. Mit 200 TeilnehmerInnen in 89 Teams wurde erneut der Rekord gebrochen. Aspekte eines ‚Relaunch‘ des Wettbewerbes waren ein teilweiser, zur Verjüngung und stärkeren Internationalisierung führender Personenwechsel in den Jurys sowie im Vorfeld der Ausscheidungen die Durchführung von auswärtigen Präsentationen des Ring Award, genannt “Ring Award on Tour in Styria”.

Der Ring Award-Jury unter dem Vorsitz von Nora Schmid, Intendantin der Oper Graz, gehörten, neben den bisherigen Mitgliedern Dorny, Geyer, Konwitschny, Schwarz, Spuhler und Wieler, als neue Juroren Peter de Caluwe (Directeur général, La Monnaie/De Munt, Brüssel), Michael Simon (Bühnengestalter und Regisseur) und Albrecht Thiemann (Opernwelt) an. Die Intendanten-Jury unter der Leitung von Iris Laufenberg, Intendantin des Schauspielhaus Graz, bestand, neben den bisherigen Mitgliedern Bang, Cahn, Klügl, Schüler und Theiler, aus neu Valérie Chevalier (Directrice Générale, Opéra & Orchestre national Montpellier), Per Boye Hansen (Intendant, Den Norske Opera & Ballett, Oslo), Hein Mulders (Intendant, Aalto-Musiktheater und Philharmonie Essen) sowie Benedikt von Peter (designierter Intendant, Luzerner Theater).

Die Ring Award-Gewinner im Finale am 24. und 25. Juni 2017 waren Valentin Schwarz (A) und Andrea Cozzi (I), die auch den Preis des Staatstheater Cottbus (Intendant Martin Schüler), den Preis des Badischen Staatstheater Karlsruhe (Intendant Peter Spuhler), den Preis von Opéra & Orchestre national Montpellier (Intendantin Valérie Chevalier) sowie einen der Preise des Theater an der Wien (Intendant Roland Geyer) verliehen bekamen. Der Preis der Stadt Graz ging an Barbora Horáková Joly (CZ) und Cornelia Schmidt (D), die auch den Preis der Semperoper Dresden (designierter Intendant Peter Theiler) sowie den Preis der Operá de Lyon (Intendant Serge Dorny) gewannen. Ein weiterer Preis des Theater an der Wien (Intendant Roland Geyer) ging an Sergei Morozov (RUS) und Aleksandra Alekseeva (RUS), und den Preis der Deutschen Oper Berlin (Intendant Dietmar Schwarz) errang das Semifinale-Team Wolfgang Nägele (D) / Hannah König (A) / Isabelle Bischof (CH).

Ein bedeutendes Ereignis im Rahmen des Wettbewerb-Finales war die Verleihung des Mortier Award 17 an Markus Hinterhäuser, Pianist und Intendant der Salzburger Festspiele. Besonders denkwürdig war die berührende Laudatio, die der Regisseur Peter Sellars hielt.

Im Rahmen des Semifinales fand auch diesmal ein Ring Award Forum statt, welches dem Thema „Klangbilder    Bildklänge: Neue Medien und das Musiktheater“ gewidmet war. Am Gespräch nahmen Chaya Czernowin (Komponistin), Johanna Dombois (Opernregisseurin und Autorin), Momme Hinrichs (fettFilm Videoproduktion), Markus Hinterhäuser (Pianist und Intendant), Roland Horvath (rocafilm Videoproduktion), Benedikt von Peter (Intendant) und Albert Thiemann (Opernwelt) teil.

BayreuthstipendiatInnen

1995: Mihoko Fujimura, Sängerin; Stephan Prattes, Bühnenbildner

1996: Jens Musger, Sänger; Monika Rovan, Bühnenbildnerin; Virginiya Skiriute,

Sängerin

1997: Judith Fecher, Bühnenbildnerin; Andrei Grabovski, Sänger; Martina Segna,

Bühnenbildnerin

1998: Robert Ederer, Tubaspieler; Barbara Woi, Bühnenbildnerin

1999: Nassir Heidarian-Rasty, Dirigent; Lina Maria Laivyte, Sängerin; Franz Preiles,

Sänger

2000: Daiva Gedvilaite, Sängerin; Kerstin Kahapka, Bühnenbildnerin; Wolfgang

Silvestri, Bühnenbildner

2001: Lesya Aleksgeyewa, Sängerin; Kordula Knaus, Regisseurin und Dramaturgin;

Christina Löffler, Sängerin

2002: Beatrix Lorber, Bühnenbildnerin; Harald Lustinger, Bühnenbildner

2003: Andrea Kranner, Sängerin; Wilfried Zelinka, Sänger

2004: Julian Kumpusch, Sänger; Bettina Wechselberger, Sängerin

2005: Sabrina Raff, Bühnenbildnerin; Marius Stieghorst, Dirigent

2006: Sarah Niedersteiner, Bühnenbildnerin; Shavleg Macharashvili, Sänger; Taylan

Memioglu [später: Reinhard], Sänger

2007: Christina Romirer, Bühnenbildnerin; Colleen Rothbauer, Bühnenbildnerin

2008: Milcho Borovinov, Sänger; Richard Šveda, Sänger

2009: Lisa Horvath, Bühnenbildnerin; Katharina Harden, Bühnenbildnerin

2010: Sandrina Schwarz, Bühnenbildnerin; Pia Weisi, Theaterpädagogin

2011: Petra Göndöcs, Sängerin; Marianna Alekszandrovna-Szivkova, Sängerin

2012: Bianca Micele Karaula, Bühnenbildnerin

2013: Andrè Schuen, Sänger

2014: Dora Dučakijević, Sängerin

2015: Tetiana Miyus, Sängerin

2016: Devin McDonough, Bühnengestalterin

2017: Marlene Hahn, Dramaturgin

2018: Katia Ledoux, Sängerin

2019: Corina Koller, Sängerin

Ehrenmitgliedschaften

Am 25. Jänner 1999 wurden in einem feíerlichen Festakt an Peter Konwitschny und Hans Schavernoch Ehrenmitgliedschaften des Wagner Forum Graz verliehen.

Für Peter Konwitschny geschah dies, nach dem Wortlaut der Verleihungsurkunde, „aufgrund seiner besonderen Verdienste um das Werk Richard Wagners als international führender Regisseur, dessen künstlerische Tätigkeit akzentuierte zeitgenössische Zugänge zum Schaffen Richard Wagners eröffnet und damit dem musikalischen Regietheater allgemein bahnbrechende neue Wege in der szenischen Umsetzung aufzeigt, und aufgrund seiner ideellen Förderung der Aktivitäten des Wagner Forums Graz, insbesondere im internationalen Kontext“.

Hans Schavernoch erhielt die Ehrenmitgliedschaft „aufgrund seiner besonderen Verdienste um das Werk Richard Wagners und um die Bayreuther Festspiele durch überragende innovative künstlerische Leistungen bei der das Schaffen Richard Wagners ausdeutenden Bühnengestaltung sowie aufgrund seiner entschiedenen Unterstützung der Aktivitäten des Wagner Forums Graz, insbesondere im Bereich der Förderung des künstlerischen Nachwuchses und der internationalen Projekte“.

In einem weiteren Festakt erhielt Gerhard Brunner am 1. Juli 2001 anlässlich der Beendigung seiner Grazer Intendanz die Ehrenmitgliedschaft des Wagner Forum Graz „aufgrund seiner besonderen Verdienste um ein lebendiges, qualitätsbewusstes und gegenwartsbezogenes Theaterleben in Graz sowie aufgrund seines vorbehaltlosen Eintretens für die Zielsetzungen des Wagner Forums Graz, insbesondere im Bereich der Förderung des künstlerischen Nachwuchses durch die uneingeschränkte Kooperationsbereitschaft bei der Planung und Durchführung der Internationalen Wettbewerbe für Regie und Bühnenbild 1997 und 2000“.

Im Rahmen der Generalversammlung am 20. Jänner 2011 erhielt Altbürgermeister Alfred Stingl die Ehrenmitgliedschaft des Wagner Forum Graz „aufgrund seines außergewöhnlich erfolgreichen kommunalpolitischen Wirkens in Graz vor allem im kulturellen Bereich“ sowie insbesondere für „seine stets zuverlässige Unterstützung und tatkräftige Initiative bei der Planung und Realisierung von Großprojekten mit internationaler Ausstrahlung wie dem Wettbewerb ‚Ring Award’ und dem Grazer Kongress des Internationalen Richard Wagner-Verbandes 2014“.

Ehrenringe

Am 11. April 2001 wurden die ersten beiden Ehrenringe des Wagner Forum Graz im festlichen Rahmen des Spiegelfoyers des Opernhauses nach einer Aufführung des Siegfried (Inszenierung Gisbert Jäkel, musikalische Leitung Ulf Schirmer) an zwei damit überraschte Geehrte feierlich überreicht.

Mihoko Fujimura (die vor der nächtlichen Feier als Erda zu hören gewesen war) wurde der Ehrenring – wie Dr. Claudia Weyringer in ihrer Laudatio hervorhob – als erster Bayreuth-Stipendiatin des Wagner Forum verliehen, die sich im Rahmen ihrer herausragenden internationalen künstlerischen Tätigkeit unermüdlich als Botschafterin für die Zielsetzungen des Forum einsetzt.

Dr. Susanne Herrnleben hat sich besondere Verdienste um das Wagner Forum vor allem durch ihr unverzichtbares Mitwirken bei der Planung und Durchführung der Internationalen Wettbewerbe für Regie und Bühnenbild erworben. Prof. Walter Bernhart verwies als Laudator darauf, dass die Verleihung des Ehrenringes jedoch nicht nur der rastlosen Produktionsleiterin der Oper Graz gilt, sondern ebenso der fein- und scharfsinnigen Kunstkennerin, von der wertvolle Anregungen für die Positionierungen des Forum ausgehen.

Im Rahmen des Finales zum Ring Award 08 wurde am 21. Juni 2008 ein Ehrenring an Josef Lienhart übergeben. In seiner Laudatio hob Prof. Walter Bernhart hervor, dass diese Verleihung des Ehrenringes zum einen das höchst verdienstvolle internationale Wirken des Langzeit-Präsidenten aller Richard Wagner-Verbände anlässlich seiner Amtsniederlegung würdigt, zum anderen aber auch das stets verständnisvolle und völlig uneingeschränkte Eintreten des Geehrten für die zukunftsorientierten Zielsetzungen des Wagner Forum.

Veröffentlichungen

Schönberg und Wagner. 3. Wagner Tage in Graz. Bericht zum Symposium. Hrsg. v. Christian Meyer, Walter Bernhart u. Heinz Weyringer. Wien: Arnold Schönberg Center, 2000.

Giuseppe Verdi – „Un uomo di teatro“. Ein Symposium zum Abschluss der Grazer Intendanz von Gerhard Brunner. Hrsg. v. Walter Bernhart u. Bernd Krispin. Graz: Wagner Forum Graz, Bühnen Graz, 2003.

(Zusammenstellung Walter Bernhart, Stand Februar 2019)